Bratek Immobilien

Fr, 18.02.2022
Stadtwohnung bis zu 409.000 Euro teurer als Haus auf dem Land

Eine Wohnung in der City oder ein Haus im Umland? Die Preisunterschiede sind teilweise enorm, wie eine Analyse von immowelt zeigt. Je nach Stadt kommt eine Wohnung innerhalb der Stadtgrenze um mehr als 400.000 Euro teurer als ein Haus außerhalb. Beleuchtet wurden 14 deutsche Großstädte.

Lieber in der Stadt wohnen oder raus aufs Land ziehen? Wie weit die Preise für Eigentumswohnungen in der City und Häuser im Umland auseinanderklaffen, hat das Immobilienportal immowelt beleuchtet. Hierfür wurden die Angebotspreise von Häusern mit 100 bis 150 m2 Wohnfläche und 100 bis 800 m2 Grundstücksfläche im Umland mit einer Fahrzeit von 40 bis 60 Minuten zum Stadtzentrum mit den Kaufpreisen von familientauglichen Eigentumswohnungen, also mit vier bis sechs Zimmern und einer Wohnfläche von 100 bis 150 m2 in der Stadt, verglichen. Am weitesten driften die Preise in Frankfurt auseinander: Eine große Wohnung in der Stadt kostet im Median 850.000 Euro. Die mittleren Hauspreise liegen dagegen bei 441.000 Euro im Frankfurter Umland. Familien müssen somit 409.000 Euro weniger aufbringen, wenn sie sich ein Eigenheim außerhalb der Stadt zulegen.

Wohnen in der Stadt teurer

Neben Frankfurt weist auch Hamburg große Preisunterschiede auf: Im weiteren Umland der Hansestadt muss man für ein Haus im Median 449.000 Euro ausgeben, für eine Wohnung innerhalb der Stadtgrenze dagegen aktuell 857.000 Euro. Mit einem Haus kommen Käufer somit 408.000 Euro günstiger weg als mit einer Wohnung. In München ist die Differenz mit 334.000 Euro etwas geringer. Allerdings müssen Käufer für familientaugliche Wohnungen in der Isarmetropole inzwischen knapp 1,2 Mio. Euro investieren, sodass vielen Familien nur das weiter entfernte Umland bleibt. Doch laut immowelt-Auswertung wurden selbst 40 bis 60 Minuten entfernt Hauspreise von 839.000 Euro aufgerufen, was sich viele Familien kaum leisten können.

In Berlin ist das Preisniveau dagegen generell niedriger. Für ein Haus im Brandenburger Umland müssen Interessenten im Median 470.000 Euro zahlen, große Wohnungen werden in der Hauptstadt für 670.000 Euro angeboten.

Häuser im Osten kosten weniger

Mit den günstigsten Hauspreisen warten die Umkreise von Leipzig und Dresden auf. Im Radius von 40 bis 60 Minuten Fahrtzeit ins Zentrum von Dresden gibt es Häuser im Mittel für 204.000 Euro, rund um Leipzig für 254.000 Euro. Wohnungen innerhalb der Stadtgrenzen kosten dagegen mehr als doppelt so viel. In Dresden liegt der Unterschied bei 340.000 Euro und weist somit die drittgrößte Preisdifferenz aller untersuchten Städte auf. Das liegt immowelt zufolge unter anderem an der Verschiebung der Nachfrage. Besonders in Ostdeutschland ziehe es viele junge Familien in die größten Städte, auch weil dort Wohnraum lange Zeit günstig zu haben war.

Doch auch der Zustand der Häuser im Umland ist von Relevanz für die Preisunterschiede: Oft handelt es sich um renovierungsbedürftige Objekte.

Nordrhein-Westfalen mit Sonderstellung

Wegen der dichten Besiedlung kommt den Städten aus Nordrhein-Westfalen eine Sonderrolle in der Analyse zu. Denn das Umland rund um die Großstädte ist nicht besonders ländlich und überschneidet sich bei einigen Städten. In Köln und Düsseldorf kommen Wohnungen in der Stadt aber nichtsdestotrotz deutlich teuer als Häuser im Speckgürtel. Das ist hauptsächlich den hohen Wohnungspreisen geschuldet: In Köln beträgt der aktuelle Angebotspreis für mindestens 100 m2 und vier Zimmer 575.000 Euro, in Düsseldorf sogar 668.000 Euro. Die mittleren Hauspreise liegen dagegen bei 349.000 Euro im Kölner Umland und 376.000 Euro rund um Düsseldorf. Lediglich in Dortmund und Essen kosten Häuser im Speckgürtel mehr als Wohnungen innerhalb der Stadtgrenze. In den zwei Ruhrgebietsstädten klaffen zwischen den beiden Wohnarten knapp 70.000 Euro.

Quelle: AssCompact