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Do, 03.03.2022
Mieten in den mittelgroßen Städten steigen weiter

Laut einer aktuellen Auswertung haben die Angebotsmieten in 91 von 110 untersuchten deutschen Mittelstädten im Vergleich zum Vorjahr weiter zugelegt. Bundesweit verzeichnet Nordrhein-Westfalen die höchsten prozentualen Anstiege. In Baden-Württemberg wohnt es sich zur Miete am teuersten.

In vielen deutschen Großstädten scheint sich der Anstieg bei den Angebotsmieten zu beruhigen, anders die Lage in den mittelgroßen Städten: Hier haben die Mieten weiter angezogen, wie aus einer aktuellen Untersuchung des Portals immowelt hervorgeht. Beleuchtet wurden die Angebotsmieten für Wohnungen mit 40 bis 120 m2. Den Ergebnissen zufolge sind in 91 von 110 untersuchten Mittelstädten die Angebotsmieten im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. In 28 der analysierten Städte beträgt der Zuwachs mehr als 5%. Somit haben sich die Mieten stärker verteuert als die Inflation im gleichen Zeitraum.

Nordrhein-Westfalen und Norden mit höchsten prozentualen Anstiegen

Die höchsten Anstiege ergeben sich für Mittelstädte in Nordrhein-Westfalen. Spitzenreiter ist Minden mit einer Steigerung von 19%. Der Quadratmeterpreis ist dort von 5,90 Euro im Vorjahr auf 7,00 Euro geklettert. Mit einem Plus von 1,10 Euro weist Minden auch den höchsten absoluten Anstieg auf. In Bergheim liegt die Angebotsmiete im Median bei 8,40 Euro und damit 14% über dem Wert des vergangenen Jahres. Auch hier fällt nicht nur die prozentuale Veränderung hoch aus, sondern auch die absolute mit 1,00 Euro. Ordentlich zugelegt haben außerdem die Angebotsmieten in Wesel am Rhein mit +9%, Bad Salzuflen mit +11% und Velbert mit +10%. Wie immowelt weiter mitteilt, seien aber trotz dieser großen prozentualen Anstiege die Angebotsmieten dennoch vergleichsweise niedrig.

Auch im Norden der Republik haben die Angebotsmieten gegenüber dem Vorjahr angezogen. So weisen Nordhorn und Neumünster Zunahmen von 12 bzw. 9% auf.

Neben dem relativ niedrigen Preisniveau lassen sich die hohen prozentualen Anstiege auch auf eine veränderte Nachfrage zurückführen. Die oft attraktive Infrastruktur und teils niedrigere Angebotsmieten machen die mittelgroßen Städte beliebt. Infolge der zunehmenden Arbeit im Home-Office ist es auch nicht mehr unbedingt erforderlich, in der unmittelbaren Nähe des Arbeitsplatzes zu wohnen.

Im Süden wohnt es sich am teuersten

Des Weiteren geht aus der Analyse hervor, dass der Süden Deutschlands, hier vor allem Baden-Württemberg, mit den teuersten Mietwohnungen aufwartet. Konstanz bleibt mit einem Quadratmeterpreis von 12,90 Euro die teuerste mittelgroße Stadt in Deutschland. Laut immowelt scheint die Preiskurve aber abzuflachen, da die Zunahme von 3% eher gering ausfällt. Dieser Effekt ist auch in anderen Städten Baden-Württembergs zu beobachten: So weisen Ludwigsburg mit einem Plus von 4% und Friedrichshafen mit einem Plus von 3% ebenfalls geringe Anstiege aus.

Auch in den mittelgroßen Städten Bayerns kommt Wohnen teuer. Die bereits hohen Angebotsmieten in Rosenheim und Landshut haben gegenüber dem Vorjahr nochmal deutlich zugelegt.

Das hessische Bad Homburg verzeichnet ebenfalls ein hohes Preisniveau und zählt das zweite Jahr in Folge zu den teuersten Mittelstädten hierzulande. Nach einer Erhöhung von 9% liegt der Quadratmeterpreis im Median hier nun bei 12,10 Euro.

Im Osten Deutschlands sind die Mieten günstiger

Die günstigsten Mietpreise hat der Osten zu bieten. Plauen verzeichnet eine Steigerung von 2%, bleibt aber mit 4,60 Euro noch unter der Fünf-Euro-Marke und ist damit die günstigste Mittelstadt der Republik. Auf Rang 2 folgt Görlitz. Trotz eines Anstiegs von 9% ist die Miete pro Quadratmeter hier mit 5,00 Euro günstig. Frankfurt an der Oder gehört mit Angebotsmieten von 5,90 Euro bei einer Steigerung von 4% im Median ebenfalls zu den preiswertesten Mittelstädten in Deutschland. Cottbus, wo der Preis bei 5,50 Euro liegt, kann sogar einen Rückgang von 2% bei den Angebotsmieten aufweisen.

Laut immowelt sinke die Einwohnerzahl in ländlichen Regionen und Mittelstädten im Osten Deutschlands tendenziell, was zu einer verminderten Nachfrage an Wohnraum führe, weshalb das Angebot an Wohnungen die Nachfrage übersteige.

Quelle: AccCompact