Bratek Immobilien

Mo, 19.07.2021
Hohe Preise, stabiler Markt: Ibiza bietet Ferienhauskäufern viel Luxus

Der Markt für exklusive Villen auf Ibiza ist zwar deutlich kleiner als auf der Hauptinsel der Balearen, doch deshalb nicht weniger dynamisch.

Düsseldorf. Hï Ibiza, Privilege, Shine, Pacha: Die Klubs auf Ibiza, in denen bis zum Coronajahr 2020 DJ-Größen wie Armin van Buuren, David Guetta oder Sven Väth fürs Partyvolk aus ganz Europa auflegten, sind noch immer geschlossen. Wann sie wieder öffnen dürfen – und in welcher Form –, ist nach den jüngst wieder angestiegenen Corona-Infektionen auf der drittgrößten Baleareninsel nur schwer vorherzusagen.

Nicht nur die Eventbranche und mit ihr der gesamte Tourismussektor leiden unter den Folgen der Corona-Pandemie. Auch Anbieter und Vermittler von Häusern und Wohnsitzen verzeichneten einen deutlichen Rückgang der Verkäufe. Ein Drittel weniger Transaktionen als im Vorjahr erfasste das Statistikamt der Balearen auf Ibiza für 2020: Lediglich etwa 1000 Verträge wurden geschlossen. Auf den vier Hauptinseln des Archipels zusammengenommen sank die Zahl um 26 Prozent – von knapp 14.000 im Jahr 2019 auf 10.700.

2021 hat sich die Situation stabilisiert. Bis Ende Mai, neuere Zahlen liegen noch nicht vor, zählten die Statistiker bereits 5000 Käufe und Verkäufe von Wohnimmobilien auf den drei Inseln, knapp 600 waren es auf Ibiza. Die Durchschnittspreise sind im ersten Quartal dieses Jahres laut Statistikamt wieder um vier Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen.

Entsprechend optimistisch zeigen sich die Vermittler. Insbesondere jene, die sich auf den Markt für Luxusanwesen spezialisiert haben. Das Maklerhaus Prestige Properties auf Ibiza etwa berichtet, dass die deutlich gesunkenen Verkaufsfälle kaum auf die Preise durchgeschlagen hätten, insbesondere nicht im hochpreisigen Segment.

So habe zwar der Durchschnittspreis für Wohnungen 2020 etwa ein Prozent niedriger gelegen als im Vorjahr. Im eigenen Haus habe man jedoch sechs Prozent höhere Preise für die Verkäufer erzielen können.

Ganz ähnlich äußert sich Florian Fischer, geschäftsführender Gesellschafter des Maklerunternehmens Engel & Völkers auf Ibiza. Das Interesse an Apartments sowie Landhäusern in den guten und mittleren Lagen der Insel sei groß, der Durchschnittspreis pro abgeschlossenem Verkauf habe sich im Unternehmen 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 29 Prozent erhöht.

„Wichtigste Käufergruppe sind wohlhabende Spanier“, berichtet Fischer, „gefolgt von Käufern aus dem deutschsprachigen Raum“. Bei Prestige Properties hält sich die Zahl spanischer und britischer Käufer die Waage mit je einem Anteil von 20 Prozent.

Insofern erwartet Pascale Durournier, Gründerin und Geschäftsführerin der Agentur mit Sitz in Ibiza-Stadt, dass internationale Käufer auch weiterhin die Nachfrage nach exklusiven Zweitwohnsitzen auf der Baleareninsel bestimmen werden.

Teurer Süden, ruhiger Norden

„Ibiza zählt zu den exklusivsten Regionen für Hauskäufer in Spanien“, sagt Engel-&-Völkers-Geschäftsführer Fischer. Das spiegelt sich sehr deutlich im Preisniveau wider: Im ersten Quartal 2021 lag der durchschnittliche Quadratmeterpreis für Wohneigentum in Ibiza-Stadt bei 3900 Euro, meldet die Statistikbehörde der Balearen. In Palma de Mallorca sind es gerade 2100 Euro.

Aufgrund der hohen Nachfrage und des gemessen daran geringen Angebots würden in Ibiza-Stadt die höchsten Preise aufgerufen, bestätigt Fischer. „Für luxuriöse Villen, die einen direkten Blick aufs Wasser oder sogar den direkten Zugang zum Meer bieten, wurden in den Top-Lagen 2020 Preise ab vier Millionen Euro erzielt.“ Ein modernes Apartment in der Nähe der Altstadt oder am Yachthafen von Ibiza-Stadt wechselte zu Preisen ab 8000 Euro pro Quadratmeter den Eigentümer. Neubau-Reihenhäuser im Süden und Südwesten gab es ab 960.000 Euro.

Im Vergleich zum Süden sind die Immobilienpreise im Norden moderater, auch sei die Insel dort weniger dicht bebaut, erzählt Fischer. „Strenge Bauvorschriften werden dafür sorgen, dass dies so bleibt.“ Für traditionelle Fincas zahlen Käufer etwa 3,5 Millionen Euro.

Quelle: Handelsblatt