Bratek Immobilien

Mi, 10.11.2021
Größte Immobilienblase in Frankfurt

In Frankfurt sind seit 2016 die Wohnungspreise jährlich um zehn Prozent gestiegen. In keiner anderen Großstadt sei der Immobilienmarkt so überhitzt wie in der Main-Metropole, meint die UBS.

Alljährlich untersucht die Schweizer Großbank UBS, wo das höchste Risiko einer Immobilienblase liegt. Sie hat dazu den „Global Real Estate Bubble Index“ entwickelt. Danach besteht einem Wert von 1,5 Punkten das Risiko einer Blase. Als Immobilienblase definiert die UBS eine starke und anhaltende Abweichung des Preisniveaus von Fundamentaldaten wie etwa Einkommen, Wirtschaftswachstum und Bevölkerungswanderung.

Wohnungspreise jährlich um zehn Prozent gestiegen

Überraschender Spitzenreiter im aktuellen „Blasen-Ranking“ ist nicht Hongkong, London, New York oder Zürich, sondern Frankfurt am Main. Die Metropole weist für den Zeitraum von Mitte 2020 bis Mitte 2021 mit 2,16 Punkten den höchsten Wert auf. Der Wohnimmobilienmarkt in Frankfurt sei so überhitzt wie keine andere Metropolregion weltweit, schreiben die Experten der UBS.

Nach Berechnungen der UBS sind die realen – also inflationsbereinigten – Wohnungspreise in Frankfurt seit 2016 jährlich um zehn Prozent gestiegen. Die Mieten erhöhten sich gleichzeitig pro Jahr um rund drei Prozent.

München überholt

Damit hat Frankfurt inzwischen München als den am stärksten überhitzten Immobilienmarkt überholt. Vor einem Jahr war in der Isar-Metropole das Risiko einer Immobilienblase noch am höchsten. Inzwischen gibt die UBS leichte Entwarnung: In München sei das Preiswachstum in der Stadt zum Stillstand gekommen, und es habe sogar eine leichte Mietpreiskorrektur gegeben. Das Wachstum finde zunehmend in den Vororten statt.

Hinter Frankfurt und München landen London und New York im diesjährigen „Global Real Estate Bubble Index“. Als deutlich überhitzt gelten auch die Metropolen Paris, Amsterdam, Stockholm, Zürich, Vancouver, Toronto und Hongkong. Als „fair bewertet“ werden Immobilien in Madrid, Mailand und Warschau eingestuft.Schaut man sich jedoch an, wie viel von ihrem Einkommen Arbeitnehmer für eine zentrumsnahe 60-Quadratmeter-Wohnung ausgeben müssen, stehen Frankfurt und München nicht so schlecht da. Unter diesem Aspekt stehen sie weit hinter Tokio, Hongkong, London und Paris.

Auch andere warnen vor einer Blase in Frankfurt

Die Gefahr einer Immobilienblase sieht auch das Immobilien- und Beratungsunternehmen Immoconcept. In einer aktuellen Untersuchung stellten sie fest, dass die Kaufpreise und Mieten das zehnte Jahr in Folge gestiegen sind. Alleine im ersten Halbjahr seien die Kaufpreise um 17 Prozent angezogen. Interessenten in Frankfurt wollten eine Immobilie erwerben in der Angst, dass sie morgen noch teurer ist.

Der Immobilienberater Colliers berichtete heute über Rekordpreise für Eigentumswohnungen in Frankfurt. Im Neubau koste eine durchschnittliche Eigentumswohnung inzwischen 8000 Euro pro Quadratmeter, im Bestand etwa 6000 Euro pro Quadratmeter. Der jährliche Anstieg der Kaufpreise liege seit 2016 bei rund zwölf Prozent, hat Colliers festgestellt.

Quelle: tagesschau