Bratek Immobilien

Fr, 14.01.2022
Geraten die Hauspreise aus dem Gleichgewicht?

Kaufen wird immer teurer. Die Preise für Eigentumswohnungen haben zum Jahresende 2021 innerhalb eines Quartals um 2,9 Prozent zugelegt – Ein- und Zweifamilienhäuser sogar um 3,1 Prozent, wie das aktuelle Immobilienpreisranking von Empirica zeigt. Die Mieten steigen hingegen erheblich schwächer.

Die Wohnungsmieten sind mit einem Plus von 1,2 Prozent innerhalb eines Quartals wie schon in den Monaten zuvor weit schwächer gestiegen als die Kaufpreise für Eigentumswohnungen (plus 2,9 Prozent), wie der Immobilienpreisindex von Empirica für das vierte Quartal 2021 zeigt. Noch stärker verteuert haben sich zum Jahresende über alle kreisfreien Städte und Landkreise hinweg Ein- und Zweifamilienhäuser: Die Preise für neu gebaute und Bestandsimmobilien in Deutschland legten gegenüber dem dritten Quartal 2021 im Schnitt erneut um 3,1 Prozent zu.

Am teuersten ist weiterhin München: Eigentumswohnungen kosteten im vierten Quartal 2021 in Bayerns Landeshauptstadt 9.187 Euro pro Quadratmeter, Ein- und Zweifamilienhäuser lagen bei 10.673 Euro – und auch die Mieten sind mit durchschnittlich 17,61 Euro pro Quadratmeter und Monat kalt nirgendwo in Deutschland so hoch wie hier.
Die Kosten für Eigentumswohnungen sind im Landkreis Prignitz (Brandenburg) mit 725 Euro pro Quadratmeter am niedrigsten. Ein- und Zweifamilienhäuser waren zum Jahresende mit 940 Euro pro Quadratmeter im Kyffhäuserkreis (Thüringen) am erschwinglichsten. Zur Miete wohnt es sich am günstigsten in Görlitz (Sachsen) mit durchschnittlich 5,03 Euro kalt pro Quadratmeter und Monat.

Preise für neue Wohnungen: In zehn Jahren mehr als verdoppelt

Der Anstieg der Kaufpreise für neugebaute Eigentumswohnungen ist weiter ungebrochen. Derzeit liegen die Wohnungen in den Städten und Kreisen laut Empirica 2,6 Prozent über dem Niveau des dritten Quartals – in den kreisfreien Städten um 2,5 Prozent, in den Landkreisen sind es 2,6 Prozent.

Im Jahresvergleich (gegenüber dem vierten Quartal 2020) sind die Preise in den Städten um 12,3 Prozent und in den Landkreisen um 11,9 Prozent gestiegen. In den vergangenen zehn Jahren haben sich die inserierten Kaufpreise für neue Eigentumswohnungen deutschlandweit mehr als verdoppelt (um plus 106 Prozent) – in den kreisfreien Städten sind sie um 123 Prozent gestiegen und in den Landkreisen um 95 Prozent. Bereits im dritten Quartal 2021 waren die Preise für Eigentumswohnungen in den Städten und Landkreisen im Jahresvergleich laut Empirica durchschnittlich um 11,7 Prozent gestiegen. Im Zehnjahresvergleich um plus 102 Prozent.

Die zehn teuersten Städte im Empirica Kaufpreis-Ranking bei den neu gebauten Eigentumswohnungen sind München (9.187 Euro pro Quadratmeter), Stuttgart (8.128 Euro), Frankfurt am Main (8.088 Euro), Düsseldorf (7.211 Euro), Hamburg (7.144 Euro), Potsdam (7.084 Euro), Freiburg im Breisgau (7.028 Euro), Berlin (6.858 Euro), Erlangen (6.785 Euro) und Rosenheim (6.767 Euro).

Häuser: Neue Höchstwerte bei den Kaufpreisen

Auch der Teilindex Häuser erklimmt neue Höchstwerte: Neu gebaute Ein- und Zweifamilienhäuser toppen den Anstieg bei den Kaufpreisen von Eigentumswohnungen sogar noch. Bundesweit sind die Preise im vierten Quartal 2021 gegenüber dem vorigen Quartal um 3,3 Prozent gestiegen – um 3,2 Prozent in den kreisfreien Städten und in den Landkreisen um 3,3 Prozent. Im Jahresvergleich (gegenüber dem vierten Quartal 2020) haben die Preise Empirica zufolge bundesweit um 14,5 Prozent zugelegt – um 13 Prozent in den kreisfreien Städten und um 15,7 Prozent in den Landkreisen.

In den vergangenen zehn Jahren sind die inserierten Kaufpreise für neue Ein- und Zweifamilienhäuser deutschlandweit um 113 Prozent gestiegen, in den kreisfreien Städten um 121 Prozent und in Landkreisen um 108 Prozent.

„Eigenheime in den teuren Städten sind rar und die wenigen Angebote sehr heterogen. Preistrends dürfen daher nicht überinterpretiert werden“, schreibt Empirica in der aktuellen Analyse. Am teuersten bei den neuen Häusern ist ebenfalls München mit einem Quadratmeterpreis von 11.845 Euro.

Wohnungsmieten steigen in den Städten immer langsamer
Gegenüber dem dritten Quartal 2021 sind die Angebotsmieten im Neubau in den kreisfreien Städten in der aktuellen Empirica-Analyse nur noch um 1,1 Prozent und in den Landkreisen um ein Prozent gestiegen. Im dritten gegenüber dem zweiten Quartal 2021 lag das Plus in den Städten noch bei 1,4 Prozent und in den Landkreisen stabil bei einem Prozent.

Im Jahresvergleich (gegenüber dem vierten Quartal 2020) legten die Neubaumieten im vierten Quartal 2021 im Schnitt deutschlandweit um 4,4 Prozent zu; im Zehnjahresvergleich sind es 40 Prozent – in den kreisfreien Städten gingen die Preise um 39 Prozent und in den Landkreisen um 41 Prozent in die Höhe.

Im Durchschnitt aller Baujahre hatten die inserierten Mietpreise in Deutschland bereits im dritten Quartal 2021 gegenüber dem zweiten Quartal nur noch leicht um 0,9 Prozent und weitaus schwächer zugelegt als die Preise für Eigentumswohnungen (plus 2,5 Prozent) sowie Ein- und Zweifamilienhäuser (plus vier Prozent), schreibt Empirica.

Die zehn teuersten Städte im Empirica-Preisranking bei den Neubaumieten sind im vierten Quartal 2021 München (19,37 Euro pro Quadratmeter), Frankfurt am Main (16,11 Euro), Stuttgart (14,95 Euro), Berlin (15,22 Euro), Freiburg im Breisgau (14,36 Euro), Düsseldorf (14 Euro), Mainz (13,90 Euro), Hamburg (13,62 Euro), Darmstadt (13,54 Euro) und Rosenheim (13,23 Euro).

Quelle: Haufe Online Redaktion