Bratek Immobilien

Fr, 11.03.2022
Doppelhäuser boomen in Deutschland

Die Behörden haben im vergangenen Jahr so viele neue Wohnungen genehmigt wie seit 1999 nicht mehr. Im Neubau verzeichneten vor allem Zweifamilienhäuser einen starken Anstieg.

Die Behörden haben im vergangenen Jahr 380.914 neue Wohnungen genehmigt. Damit wurde das politische Ziel von 400.000 Einheiten im Jahr nahezu erreicht. Mehr genehmigte Wohnungen in einem Jahr hatte es zuletzt 1999 gegeben. Im Vergleich zum Vorjahr belief sich der Zuwachs auf 3,3 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden berichtete.

Starker Anstieg bei Zweifamilienhäusern
Im Neubau wurden 2021 rund 328.636 Wohnungen genehmigt – das waren 2,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Statistiker führten dies vor allem auf den starken Anstieg bei den Zweifamilienhäusern zurück. Dabei handelt es sich häufig um Doppelhäuser oder Einfamilienhäuser mit Einliegerwohnung. Hier belief sich der Zuwachs auf gut ein Viertel (25,1 Prozent) auf rund 32.000 neue Wohnungen.Das Statistische Bundesamt begründete dies unter anderem mit Vorzugseffekten wegen des Auslaufens des Baukindergeldes im ersten Quartal 2021 und dem Ende der Förderung von Häusern der Energieeffizienz-Stufe 55 (Häuser, die nur 55 Prozent des Energiebedarfs eines Referenzgebäudes verbrauchen).

Weniger Genehmigungen für Wohnheime
Bei den Einfamilienhäusern gab im vergangenen Jahr dagegen nur einen vergleichsweise geringen Zuwachs bei den Baugenehmigungen von 0,9 Prozent, bei Mehrfamilienhäusern betrug das Plus 2,2 Prozent. Für Wohnheime wurden sogar weniger Baugenehmigungen erteilt als im Vorjahreszeitraum, das Minus belief sich auf 26,6 Prozent.

Preisanstieg bei Holz und Stahl hinterlässt Spuren
Bauen ist 2021 deutlich teurer geworden. Lieferengpässe, Rohstoffknappheit und eine erhöhte Nachfrage im In- und Ausland haben die Preise für Holz sowie Stahl und Stahlbeton im Jahresverlauf enorm in die Höhe schnellen lassen. Das wirkte sich auch auf den Bausektor aus.Die Zahl der Baugenehmigungen für Neubauten von Wohn- und Nichtwohngebäuden, bei denen Holz oder Stahl und Stahlbeton die vorwiegend verwendeten Baustoffe waren, ging in der zweiten Jahreshälfte 2021 deutlich zurück. Bei Stahl und Stahlbeton belief sich das Minus auf 9,8 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2020.

Warnung der Bundesbank
Die Bundesbank hat derweil vor Preisübertreibungen auf dem Immobilienmarkt gewarnt; diese hätten sich im vergangenen Jahr noch verstärkt. In den deutschen Städten würden die Wohnimmobilienpreise 2021 mittlerweile zwischen 15 und 40 Prozent über dem gerechtfertigten Niveau liegen.

 

Quelle: tagesschau.de