Bratek Immobilien

Do, 19.05.2022
Bis zu 25 Prozent Minus möglich: LBBW warnt vor Immobilien-Zeitenwende

Die LBBW sieht den Wohnimmobilienmarkt vor einer jahrelangen Seitwärtsentwicklung, nachdem die Preise in der Vergangenheit fast immer nur die Richtung nach oben kannten. Es stehe eine Zeitenwende bevor, in der die Preise dramatisch einbrechen könnten.

Der derzeit beobachtbare Anstieg bei den Zinsen für Immobiliendarlehen „bedeutet eine massive Verteuerung der Finanzierung und führt zu kräftigem Gegenwind für die Preise“, meint LBBW-Immobilienmarktanalyst Martin Güth in einer am Dienstag veröffentlichten Notiz. „Der Zinsanstieg allein würde einen Rückgang um bis zu 25 Prozent rechtfertigen. Dem stehen jedoch eine Vielzahl marktstützender Faktoren entgegen, weshalb es per saldo eine Seitwärtsbewegung werden wird.“ In diesem Jahr würden die Preise noch etwas zulegen, so Güth. Ab 2023 seien dann Rückgänge um zwei bis vier Prozent möglich.

„Dann dürften Preisrückgänge von 20 bis 25 Prozent möglich sein“

Seit Jahresbeginn sind der Studie zufolge die Zinssätze um rund 1,5 Prozentpunkte gestiegen. Einen nachhaltigen weiteren Anstieg erwartet Güth nicht. Sollte es allerdings doch zu einem weiteren Anstieg der Zinsen kommen, zeigen die Ergebnisse der Studie deutliche Konsequenzen in Hinblick auf die Preisentwicklung der Wohnimmobilien. „Das Risiko einer kräftigen Preiskorrektur sehe ich vor allem für den Fall, dass die Zinsen weiter kräftig steigen, während die Wirtschaft nicht vom Fleck kommt – ein echtes Stagflationsszenario also. Dann dürften Preisrückgänge in einer Größenordnung von 20 bis 25 Prozent möglich sein“, so Güth.

Im ersten Quartal hatten sich Wohnimmobilien in bundesweiten Durchschnitt zwar erneut um 10,7 Prozent verteuert, wie am Dienstag (10. Mai) vorgelegte Daten des Verbands deutscher Pfandbriefbanken zeigen. Doch die Zahlen stehen Güth zufolge „noch nicht merklich unter dem Einfluss des Zinsanstiegs. Sie sollten daher keinen Immobilienverkäufer oder -Interessenten in eine falsche Sicherheit wiegen.“ (mb/Bloomberg)

Quelle: Fonds Online